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Mother!


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
** ** *** *** ** * *** *** 49%
 

 
Ein namenloser Dichter (Javier Bardem) lebt mit seiner Ehefrau (Jennifer Lawrence) in einem abgeschiedenen Haus. Sie renoviert das Haus nach einem Brand von Grund auf, während er mit einer Schreibblockade zu kämpfen hat. Die Idylle wird jäh zerstört, als Fremde das Paar besuchen.

Mother! (mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem)
Das Haus lebt, man kann es spüren.


(Alle Schauspieler haben in dem Film keine Rollennamen) Nachdem sein Geburtshaus bis auf die Grundfesten abgebrannt ist, hat sich ein Dichter mit seiner Frau (im Abspann die titelgebende „mother“) entschieden, dort neu anzufangen und das Haus wieder zu neuem Leben zu erwecken. Nach dieser traumatischen Erfahrung ist der Dichter in einer Schreibblockade gefangen, während seine Frau die Restaurierung übernimmt.

Eines Abends klopft es an der Tür und ein Herr, der sich als Arzt ausgibt (Ed Harris) will die Nacht in dem Haus verbringen, da in der Stadt das Haus als B&B angegeben wurde. Es stellt sich heraus, dass der Mann kein Arzt ist, sondern ein todkranker Fan des Dichters, der am Folgetag von seiner Frau (Michelle Pfeiffer) besucht wird. Die Ehefrau des Dichters ist über den Besuch alles andere erfreut und möchte das Paar so schnell wie möglich loswerden.

Mother! (mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem)
Michelle Pfeiffer und Ed Harris als Fans des Dichters.

Als dann noch die Söhne des Paares eintreffen, kommt es zu einem folgeschweren Unfall, in dem einer der Söhne sein Leben verliert. Der Dichter bietet darauf an, dass die Trauerfeiern in seinem Haus stattfinden dürfen. Mehr und mehr Leute strömen in das Haus, bis die Situation eskaliert, und die „mother“ die Besucher aus dem Haus wirft.

9 Monate später. „mother“ ist schwanger und die Schreibblockade des Dichters ist vorbei. Aufgrund seines neuen Werkes kommen mehr und mehr Fans zu dem Haus, um den Dichter und seine Frau zu sehen. Erst als die „mother“ ihr Kind bekommt, verstummen die Massen. Dann aber fängt der apokalyptische Horror erst an.


Selten hat ein Film in letzter Zeit für solche Kontroversen gesorgt wie mother!. In Cannes wurde er gnadenlos ausgebuht. Auf anderen Filmfestspielen wieder wurde er in den Himmel gelobt. Und tatsächlich verfehlt der Film nicht seine Wirkung – man spricht drüber.

Mother! (mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem)
Der Dichter beruhigt seine Muse.

Zu Beginn befinden wir uns in einem typischen Haunted-House-Film: Komische Geräusche, knarzende Barren, blutende Wände und Löcher, sowie der obligatorische düstere Keller.

Mit dem Besuch der Fremden werden noch Anleihen eines Home-Invasion-Thrillers dazu gepackt. Und gerade durch die fabelhafte Darstellung von Michelle Pfeiffer baut der Film in der ersten Hälfte eine Spannung und Erwartungshaltung auf, die ab der zweiten Hälfte leider enttäuscht wird.

Auf eine Lösung der Geheimnisse wartend, nimmt Darren Aronofsky seine Zuschauer mit in einen apokalyptischen Gewaltstrudel, der mit Absicht zum Schluss biblische Anleihen annimmt. Achtung: Es folgt ein Spoiler:

Diese gipfeln in der Ermordung und Verspeisung des Kindes von „mother“.

Die ganze Szenerie dauert jedoch viel zu lang, und auch wenn die Bildgewalt am Anfang der zweiten Hälfte noch fesselt, so entwickelt sich der Film fortlaufend zu einer Geduldsprobe, die in einem „endlich vorbei“ endet, da sich die Bilder ständig wiederholen. Auch begrenzt sich Jennifer Lawrence Text ab der Stelle nur noch auf ein „Was tut ihr da“ gefolgt von einem „Halt sie doch auf“.

Mother! (mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem)
Im Hintergrund ist ein Teil der eintreffenden Menschenmassen zu sehen.

Das Setting des Haunted-House ist stimmig, bietet aber wenig Neues. Die Apokalypse ist, wahrscheinlich beabsichtigt, krude und laut, entwickelt aber eine zunehmend nervige Dynamik.

Schauspielerisch sind hier Ed Harris und, wie schon erwähnt, Michelle Pfeifer zu nennen, die ihre (leider zu kurzen Rollen) grandios spielen. Wo Jennifer Lawrence und Javier Bardem keine Möglichkeit einer Sympathie- /Antipathieidentifizierung bieten, macht Michelle Pfeiffer vom Start weg alles richtig – man kann sie nicht leiden.

Der Sound ist sehr gut abgemischt, der Surroundsound wird gut angesprochen ebenso wird der Subwoofer bei den entsprechenden Stellen gefordert.

Fazit: Mother! hätte als reiner Horrorfilm gut funktioniert. Leider übernimmt sich Darren Aronofsky bei den surrealen Anteilen und kann die daraus resultierenden Schwächen des Films nicht durch eine steigende reine Gewaltspirale überdecken.

Mother! (mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem)

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Fakten
Originaltitel:
Mother!
 
deutscher Kinostart am:
14.09.2017
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
25.01.2018
 
Genre:
Horror / Drama
 
Regie:
Darren Aronofsky
 
Dieser Film wurde bewertet von:
AL(49%)
 
Texte:
AL
 
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